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Langfristige Athleten-Entwicklung - die sieben Stufen des "Long-Term Athlete Developments" (LTAD)

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"Ich kann das Verhalten nicht durch Zauberei ändern. Es muss trainiert werden. Und wenn ich sage, trainiert, meine ich Trainingseinheiten." (José Mourinho)

Zu Beginn muss jeder Trainer ein klares Bild davon im Kopf haben, wie eine langfristige Athletenentwicklung aussehen könnte.

Eines der momentan führenden Modelle, das diese langfristige Entwicklung darstellt, ist das "Long-Term Athlete Development" oder kurz LTAD.

Das LTAD stammt vom Sportwissenschaftler Dr. Istvan Balyi, welcher einer der weltweit führenden Köpfe ist, wenn es um eine langfristige Athletenentwicklung geht.

Sportwissenschaftler Dr. Istvan Balyi

Balyi orientiert sich dabei am individuellen Entwicklungstempo eines Athleten. Sein Modell geht von sieben Stufen aus, die variieren können und umfasst sowohl den Breiten- als auch den Spitzensport sowie die aktive Bewegung bis ins hohe Alter.

Zunächst erwirbt der junge Sportler nach diesem Modell Basisfähigkeiten, wie beispielsweise die Koordination, um dann Schritt für Schritt immer leistungsorientierter und sportartspezifischer zu trainieren.

Nach Dr. Balyi lernen Kinder am leichtesten, wenn sie Spass haben und gerade bei Ballsportarten wie dem Fussball sei eine Spezialisierung erst ab einem Alter von ca. 11 Jahren optimal. Top Nachwuchsakademien wie Ajax Amsterdam, bieten beispielsweise für ihre jungen Fussballer Judo-Training an, um die Kinder ganzheitlich auszubilden.

LTAD in Anlehnung an Dr. Istvan Balyi

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Ein Kritikpunkt von Dr. Balyi ist, dass Athleten viel zu früh monosportiv, also zu einseitig, ausgebildet werden und somit oftmals den Spass durch die Eintönigkeit verlieren und sich zudem nicht zu einem vielseitigen Athleten entwickelt können. Deshalb startet nach dem LTAD-Modell das Wettkampftraining erst mit 16 Jahren, zuvor soll sich der Athlet auf die Verbesserung seiner sportartspezifischen Fähigkeiten konzentrieren.

Gerade die schwierige Phase der Pubertät muss durch richtige Massnahmen begleitet werden, da diese Phase oftmals entscheidend ist, ob ein Athlet es in die Weltspitze schafft oder sich sogar komplett vom Leistungssport zurückzieht. Wichtig für Istvan Balyi ist auch, dass der Athlet als Mensch wahrgenommen wird und eine ganzheitliche Betrachtung des Athleten im Vordergrund steht, weshalb dieses Modell eines der wenigen, wenn nicht so gar das einzige Modell für eine langfristige Athletenentwicklung ist, in dem die Altersspanne theoretisch mit der Geburt beginnt und mit dem Ableben endet.