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Trainingsplanung und Trainingssteuerung – Definitionen und Grundlagen

Bild: SFV Gatusso.png

„Beim Training zählt nicht unbedingt die Zeit, die du aufbringst, sondern was du ins Training einbringst.“ (NHL-Profi Eric Lindros, Weltklasse-Eishockeyspieler)

Gesetzmäßigkeiten des Trainings als Basis für sportlichen Erfolg

Im Folgenden findest du die wichtigsten Gesetzmäßigkeiten des Trainings kompakt zusammengefasst, die sportartübergreifend und somit auch für den Fußball gelten und die jeder Trainer kennen sollte.

Training

Unter Training versteht man eine regelmäßige und zielgerichtete Belastung, um die Leistung zu steigern.

Daraus folgt, dass jeder Trainer, der sein Training nicht regelmäßig und zielgerichtet plant, auch kein Training absolviert, sondern lediglich eine sportliche Betätigung.

Gesetz der Spezifität

Spezifische Reize bewirken spezifische Anpassungsreaktionen.

Superkompensation

Zwischen Belastungsanforderung und dem Leistungsniveau des Körpers besteht ein dynamisches Gleichgewicht (Hömöostase). Durch Belastungsreize ausgelöste Anpassungsprozesse verbessern das Leistungsniveau über das Ausgangsniveau hinaus (Superkompensation).


Reizschwellengesetz

Anpassungsreaktionen werden nur dann ausgelöst, wenn eine kritische Reizschwelle überschritten wird.


Verlauf der Leistungsentwicklung

Mit zunehmendem Leistungsniveau wird trotz eines größeren Trainingsaufwandes der Leistungszuwachs immer geringer.


Anpassungsfestigkeit

Ein langfristig aufgebautes Leistungsniveau ist wesentlich stabiler als ein kurzfristig aufgebautes Leistungsniveau.


Trainierbarkeit und Leistungsfähigkeit

Trainierbarkeit und Leistungsfähigkeit sind abhängig von Alter und Geschlecht.

Trainingsprinzipien als Grundlage der Planung und Steuerung

Die nachstehenden Trainingsprinzipien bilden das Basiswissen für jede sportliche Planung:


Prinzip des trainingswirksamen Reizes

Ein Trainingsreiz kann nur dann Anpassungsreaktionen bewirken, wenn die Belastungskomponenten so aufeinander abgestimmt sind, dass die Belastungsdosierung über dem Schwellenwert liegt.


Prinzip der progressiven Belastung

Zur Auslösung einer weiteren Leistungssteigerung muss mit zunehmendem Leistungsniveau die Belastung erhöht werden.


Prinzip der optimalen Relation von Belastung und Erholung

Ein optimaler Leistungszuwachs wird nur erreicht, wenn die neue Belastung zum Zeitpunkt der höchsten Superkompensation stattfindet.


Prinzip der unvollständigen Erholung

Eine Ermüdung durch mehrmalige Belastungsreize in der Wiederherstellungsphase führt zu einer erhöhten Superkompensation.


Prinzip der wechselnden Belastung

Durch wechselnde Belastungsformen und abwechselnde Belastungen einzelner Teilsysteme können gleichzeitig mehrere Leistungsfaktoren verbessert werden.


Prinzip der richtigen Belastungszusammensetzung

Die Entwicklung einer spezifischen konditionellen Fähigkeit erfordert jeweils eine spezifische Zusammensetzung des Belastungsgefüges.


Prinzip der optimalen Relation von allgemeiner und spezieller Ausbildung

Eine zunehmende Spezialisierung ist nur auf der Basis einer vielseitigen körperlichen Allgemeinausbildung sinnvoll.


Prinzip der Individualität und Entwicklungs-gemäßheit

Für eine optimale Leistungsentwicklung muss die individuelle Veranlagung und Entwicklung berücksichtigt werden.

Prinzipien zur Festigung der Anpassung

Prinzip des langfristigen Trainingsaufbaus

Ein stabiles und hohes Leistungsniveau kann nur durch einen langfristigen Trainingsaufbau mit Grundlagen-, Aufbau- und Hochleistungstraining erreicht werden.


Prinzip der Periodisierung

Auf Perioden intensiver Belastung muss eine Entlastungsphase folgen, da das Leistungsniveau nicht über eine ganze Saison auf dem höchsten Punkt gehalten werden.