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Komplexitätsfaktoren im Fussball

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"Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist." (Otto Rehhagel, Europameister 2004 mit Griechenland)

Zunächst werden die wichtigsten Faktoren erläutert, die den Fussball zu einer sehr komplexen Hochleistungssportart machen, was einen grossen Einfluss auf taktische Überlegungen hat.

Komplexe Faktoren

Fuss statt Hand

Der Ball wird beim Fussball, wie es der Name schon sagt, mit dem Fuss und nicht etwa wie beim Basketball oder Handball mit der Hand gespielt, wodurch die Fehlerhäufigkeit enorm steigt, da der Ball selbst bei einer perfekten Technik lange nicht so gut kontrolliert werden kann, wie mit der Hand, die durch den Alltag von vorneherein durch Tätigkeiten wie Schreiben oder Essen mit Messer und Gabel ganz anders ausgeprägt ist.

Grosses Spielfeld und hohe Spieleranzahl

Weitere Faktoren, die den Fussball zu einer sehr anspruchsvollen Sportart machen, sind die hohe Anzahl der beteiligten Spieler und ein grosses Spielfeld, für das bei internationalen Spielen laut FIFA eine Länge von 105 m und eine Breite von 68 m vorgeschrieben sind, wodurch sich ein 7140m² grosses Feld ergibt. Andere Mannschaftssportarten wie Handball, Basketball oder Eishockey haben eine wesentlich geringere Spieleranzahl und es wird auf einem kleineren Spielfeld agiert, was eine weitaus höhere Anzahl an Möglichkeiten hervorbringt, sein Ziel zu erreichen, nämlich einen Punkt oder ein Tor zu erzielen, weshalb Basketballspiele nicht selten im dreistelligen Bereich und Handballspiele immer im zweistelligen Bereich enden. Beim Fussball hingegen kann ein einziger Moment ein komplettes Spiel entscheiden.

Kleines Ziel

Der Fussball stammt in seinen Ursprüngen vom Rugby ab. Beim heutigen Rugby können die Spieler jedoch auf einem etwa gleich grossen Feld den Ball hinter der gesamten Toraussenlinie mit der Hand ablegen, um einen Punkt zu erzielen, wohingegen beim Fussball der Ball genau in einem 7,32 x 2,44 m grossen Gehäuse untergebracht werden muss, welches auch noch von einem Spieler bewacht wird, der die Hände zur Hilfe nehmen darf.

Äussere Einflussfaktoren

Eine wichtige Rolle spielen auch äussere Einflussfaktoren, wie Witterungsverhältnisse und die Beschaffenheit des Spieluntergrundes. Andere Teamsportarten, wie Handball, Basketball oder Volleyball, finden in der Halle statt, wo der Boden immer nahezu identisch ist und das Wetter daher keine Rolle spielt.

Vielseitige Voraussetzungen

Beim Fussball müssen alle athletischen Fähigkeiten, wie Schnelligkeit, Koordination, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit, in einem Zusammenspiel beherrscht werden, wie es in kaum einer anderen Sportart der Fall ist, wo der Athlet oftmals nur in einer dieser Fähigkeiten gut geschult sein muss. Zudem erfordern die ständigen Wechsel von Offensive auf Defensive zusätzlich höchste Anforderungen an die Spielintelligenz. Hinzu kommen die wichtigen technischen, taktischen und mentalen Elemente.

Fazit

Gerade durch die grosse Komplexität, sowie ein hohe Mass an Unvorh ersehbarkeit und den hohen Anforderungsgrad benötigt man zielgerichtete Massnahmen, um dem Prinzip Zufall im Fussball so weit wie möglich entgegenzuwirken und die Erfolgswahrscheinlichkeiten zu erhöhen. Jeder Trainer braucht also ein Konzept, will er zielgerichtet trainieren und seine Mannschaft besser machen.

Das Gegenteil wäre folgender Ansatz, den man leider immer wieder von Trainern hört: "Ist doch eh nicht so wichtig, was und wie wir trainieren, da beim Fussball fast alles zufällig passiert!" Stellen Sie sich selbst die Frage, ob Sie gerne unter einem solchen Trainer trainieren möchten. Das Wort Training an für sich bedeutet nämlich schon, dass ich systematisch und geplant trainiere, um eine Leistungsverbesserung zu bewirken.

"Jedes Detail zählt!"

Bei Spitzenmannschaften ist zu beobachten, dass auffällig oft wiederkehrende Spielsituationen auftauchen, was kein Zufall sein kann. Durch die richtigen Massnahmen ist es möglich, dass eine Mannschaft vermehrt in der Lage ist sich Torchancen zu erarbeiten, oder in der Defensive Torchancen des Gegners zu verhindern.

Passwege und Laufwege können optimal aufeinander abgestimmt werden, so dass die genaue Umsetzung wichtiger wird, als der Zufall. Standardsituationen können beispielsweise hervorragend einstudiert werden und bergen noch viel Potential im Fussball.

Und, und, und….