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Spielidee als Grundlage im Fussball

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Über allen taktischen Massnahmen steht zu Beginn immer eine Spielidee, aus welcher dann eine Trainingsphilosophie abgeleitet wird. Aufbauend auf dieser entwickelten Spielidee, können dann technisch-taktische Prinzipien, passende Spielsysteme sowie eine zielorientierte Trainingsphilosophie in den nächsten Schritten gefunden werden.

Andere Begriffe wie Spielphilosophie oder auch die Handschrift eines Trainers meinen im Prinzip dasselbe wie die Spielidee.

Identität finden

Jeder Trainer muss einen klaren Plan davon haben, wie er Fussball spielen will. Jedes Team, jeder Verein und jeder Verband, der längerfristig plant, muss eine eigene Spielidee entwickeln und verinnerlichen, da erst diese einer Mannschaft eine eigene Identität verleiht und einen Verein einen langfristigen, geplanten Weg bestreiten lässt. Viele Vereine oder Verbände veröffentlichen mittlerweile sogar ihre Spielprinzipien auf ihrer Homepage oder in offiziellen Dokumenten. Denn erst wenn eine Spielidee entwickelt wurde, können dementsprechend Spieler gesucht und ausgebildet werden, die diese Spielidee dann umsetzen.

FC Barcelona - Spielidee steht über allem

So steht die Spielidee bei einem der weltweit besten Vereine, dem FC Barcelona, weit über der taktischen Ausrichtung. Gleichgültig, ob ein Juniorenteam oder die Profis des FC Barcelona spielen und gleichgültig, ob im 1-4-3-3 oder im 1-3-6-1 agiert wird, die Spielidee des Tiki-Taka (oder in der spanischen Schreibweise Tiqui-Taca) wird immer dieselbe sein und wird den Jugendspielern in La Masia, dem weltberühmten Jugendinternat des FC Barcelona (Bild oben), von Beginn an eingeimpft. Das Spiel soll in allen Phasen von Dominanz geprägt, hohen Ballbesitzzeiten mit einer schnellen Ballzirkulation und einem aggressiven Gegenpressing geprägt sein.

In folgenden YouTube-Video findest du perfekte Beispiele für die Spielidee des "TikiTaka".

Regionale Ausrichtung der Spielidee

Bei der Planung einer Spielidee, die man langfristig auch in der Jugendabteilung verankern will, ist es wichtig, auch kulturelle und lokale Gegebenheiten wie die Fussballgeschichte eines Landes aber auch Club-Traditionen zu berücksichtigen. Diese Faktoren können einen grossen Einfluss auf eine Spielidee ausüben. Die stolzen, offensiven Katalanen würden sich nie auf einen Defensivfussball, der auf Konter ausgelegt ist, einlassen. Sie wollen, wie bereits erwähnt, spielbestimmend und dominant auftreten. Vereine aus Ostblockstaaten hingegegen setzen durch ihren kulturellen Background bedingt wohl eher auf andere Attribute und legen z.B. einen hohen Wert auf eine gute Organisation und eine ausgereifte Athletik. Das Spiel dieser Clubs wird aber wahrscheinlich niemals so viel Kreativität, Spielfreude und Freiräume beinhalten, wie beispielsweise das eines Vereins aus einem afrikanischen oder südamerikanischen Land.