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Analyse WM Finale Deutschland vs Argentinien

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"Never Change a Winning Team" - mit dieser altbekannten Wahrheit wollten sowohl Deutschland als auch Argentinien mit derselben Aufstellung aus den Halbfinals antreten.

Jedoch fiel Sami Khedira kurz vor Beginn der Partie beim Warm-Up aus. Aber auch solche Ausfälle sind in einem guten Matchplan vorhergesehen und so rückte Christoph Kramer in die Startelf.

Es war beeindruckend zu sehen, wie Deutschland den kurzfristigen Ausfall von Khedira wegsteckte, was ein großes Qualitätsmerkmal ist und von einer starken Mentalität in der Mannschaft zeugt. Joachim Löw setzte wie in den Spielen zuvor auf ein 1-4-3-3 und auch Argentiniens Trainer Alejandro Sabella blieb bei seinem kompakten 1-4-4-1-1 mit vielen Freiheiten für Weltstar Lionel Messi der hinter dem beweglichen Gonzalo Higuaín agierte.

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Bild: Grundordnung im WM-Finale 2014 zu Spielbeginn: Deutschland 1-4-3-3 vs. Argentinien1-4-4-1-1

Wie in allen Spielen, versuchte Argentinien in der Offensive mit dem "Konzept Messi" zu agieren, worauf die deutsche Elf jedoch gut eingestellt war und versuchte Messi bei jedem Kontakt sofort mit einer entsprechenden Absicherung zu stellen, was aber natürlich gegen solch ein Kaliber nie 100% klappt, so leitete Messi einige gute Aktionen der Argentinier ein und schaffte Raum für seine Mitspieler. Auch die Verletzung von Kramer nach einer halben Stunde steckte die deutsche Elf gut weg.

Für Christoph Kramer kam André Schürrle ins Spiel, wodurch aus einem 1-4-3-3- ein 1-4-2-3-1 wurde. Mesut Özil schob auf seiner Lieblingsposition im zentralen offensiven Mittelfeld, Schürrle spielte links außen und Bastian Schweinsteiger sicherte gemeinsam mit Toni Kroos auf der Doppelsechs ab. Mit einer so extremen taktische Variabilität zu agieren, war zu Beginn der Löw Ära noch undenkbar.

In der zweiten Halbzeit passte Sabella sein Team an und agierte in einem 1-4-3-1-2 mit Raute, womit Deutschland zunächst nicht zu Recht kam, weshalb Löw taktisch klug die Mannschaft umstellte:

Kroos rückte von der Doppelsechs eine Position nach Vorne neben Özil, wodurch ein 1-4-1-4-1 entstand und Deutschland im Mittelfeld wieder die Oberhand gewann und über das ganze Spiel gesehen mit 64% deutlich mehr Ballbesitz hatte.

Mit dem Schlusspfiff ist die Weltmeistermannschaft ganze 10 Kilometer mehr gelaufen als Argentinien, was auf eine perfekte Planung und Umsetzung im athletischen Bereich schließen lässt. Deutschland gewann 54% der Zweikämpfe und war gerade in der Verlängerung die aktivere Mannschaft und versuchte das Glück selbst in die Hand zu nehmen, während die Argentinier nur noch passiv agierten und sich immer weiter zurück zogen.

Die Erfolgsgeheimnisse des DFB Weltmeister-Teams

Allgemeine Merkmale:

  • Dominanz in allen 4. Phasen des Spiels
  • Hohe taktische Variationsbreite
  • Zielorientierter Kombinationsfußball gepaart mit starken 1 vs. 1 Situationen
  • WM-Kader mit enormer individueller Klasse (Welche andere Mannschaft kann Götze oder Schürrle auf der Bank lassen, oder Barcelona Torspieler ter Stegen erst gar nicht nominieren?)
  • Hoch professioneller Trainer-und Betreuerstab mit Experten aus allen Bereichen
  • Enormer Teamgeist, Positibe Stimmung und Siegermentalität
  • Mentale Stärke: Mut, Selbstvertrauen und hohe Eigeninitiative der Spiele

Defensive:

  • Bewusste Pressingstrategien: Perfekt einstudiertes Mittelfeldpressing mit fließenden Übergang in ein Forecheching und einer situativ tieferen Staffelung
  • Situativ auf den Gegner abgestimmte Defensivmuster
  • Extrem organisierter und kompakter Defensivblock mit engen Abständen und Beteiligung aller Spieler im Defensivverhalten mit großem Engagement
  • Sofortiges kollektives Gegenpressing nach Ballverlust
  • Manuel Neuer als überragender Torspieler des Turnieres

Offensive:

  • Zielorientierte Spieleröffnung mit auf den Gegner abgestimmten Mustern
  • Schnelles Umschalten nach Balleroberung
  • Schnelle Ballzirkulation mit wenigen Kontakten
  • Viele vertikale Kurzpässe in die Schnittstellen des Gegners
  • Variables Spiel: Viele Positionswechsel in Breite und Tiefe
  • Individuelle Klasse in 1 vs. 1 Duellen
  • Spitzenklasse bei Offensivstandards