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Einwurf im Fussball

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Durch den Isländer Aron Gunnarsson der bei der EM mit seinen weiten Einwürfe für viel Torgefahr sorgte, ist diese Thematik wieder vermehrt in das Blickfeld gerückt. Die Verbesserung des Verhaltens beim Einwurf birgt beim Fussball noch viel Potenzial und wird allgemein stark unterschätzt.

Bei einem Spiel in der deutschen Fussball-Bundesliga wird ein Einwurf im Schnitt über 50 x ausgeführt und kommt damit häufiger als alle 2 min vor. Problematisch ist, dass der Einwerfer mit der Aussenline im Rücken in seinen Spielfortsetzungsmöglichkeiten eingeschränkt ist, da ihm statt eines 360°-Winkels lediglich ein 180°-Winkel zur Spielfortsetzung zur Verfügung steht.

Einwurf-Spezialist Rory Delap (Stoke City) in Aktion

Einwurf für den Gegner

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Bild: Verhindern eines kurzen Einwurfs durch die Bildung eines "Sandwich"

Ein Einwurf des Gegners bietet die ideale Möglichkeit für ein situatives Pressing, da durch die Spielunterbrechung und durch ein ballorientiertes Verschieben in der Zone des Einwurfes sehr gut Überzahlsituationen erzeugt werden können, um die Räume zu verengen und damit Druck auf den Gegner auszuüben. Kurz ausgeführte Einwürfe können unterbunden werden, in dem der entgegenkommende Spieler in ein "Sandwich" eingebettet wird.

Einwurf für die eigene Mannschaft

Grundsätzlich sollte man bei einem eigenen Einwurf daran interessiert sein, dass Spiel so schnell als möglich fortzusetzen, damit der Gegner keine Zeit hat, die Räume zuzustellen. Kann dies nicht verhindert werden, ist es wichtig, zunächst eine Überzahl in Ballnähe herzustellen. Es bedarf nun eines abgestimmten Freilaufverhaltens der Spieler. Grundsätzlich kann die Situation durch eine schnelle Spielverlagerung oder durch das Öffnen von Räumen genutzt werden, indem ein Spieler in Ballnähe einen Raum öffnet und der ballferne Spieler in den freigewordenen Raum stösst.

Wichtig ist es, dass der ballfordernde Spieler dem Einwerfer nicht zu nah entgegenkommt, da der Ball dann oftmals nur aus einer kurzen Distanz mit Druck zurückgespielt werden kann und der Einwerfer umgehend unter Druck gerät. Ist man komplett zugestellt und es sind auch diese beiden Varianten nicht möglich, wird der Ball die Linie entlang geworfen, wo ein Spieler zur Verlängerung bereitsteht oder versucht, sich in den Gegenspieler einzugraben und den Ball zu halten oder einen Freistoss rauszuholen. Oftmals wird auch vergessen, dass es beim Einwurf kein Abseits gibt, man kann also in einer Abseitsstellung per Einwurf angeworfen werden.

Die letzten Jahre kann man immer mehr beobachten, dass torgefährliche Szenen durch weite Einwürfe in den 16-m-Raum entstehen. Gerade wenn es einen Einwurf in der Nähe der Grundlinie gibt, können Spieler wie der österreichische Nationalspieler Christian Fuchs oder Rory Delap von Stoke City den Einwurf wie eine Flanke ausführen.

Studien haben herausgefunden, dass um den Ball möglichst weit zu werfen, ein relativ flacher Abwurfwinkel von 30°-45° ideal ist. Dabei entsteht die grösstmögliche Geschwindigkeit, was wiederum der Weite zugutekommt. Durch ein geschicktes Postieren und kopfballstarke Spieler werden diese weiten Einwürfe dann richtig gefährlich.

Gegneranalyse des Einwurfs in der Offensive

  • Hat der Gegner ein Konzept bei Einwürfen?
  • Falls ja, unterscheiden sich diese nach dem Ort des Einwurfs?
  • Führt der Gegner die Einwürfe schnell oder langsam aus?
  • Welcher Spieler führt den Einwurf aus?
  • Hat der Gegner einen Spieler, der speziell weit einwerfen kann?

Gegneranalyse des Einwurfs in der Defensive

  • Stellt der Gegner beim Einwurf schnell zu?
  • Ist eventuell ein Einwurf bis zur Tornähe möglich?
  • Welche Varianten sind geeignet?
  • Lässt sich der Gegner eventuell tief fallen, sodass der Einwurf nach hinten ausgeführt werden kann?