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Gegenpressing

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Gegenpressing ist das unmittelbare, kollektive Arbeiten gegen den Ball nach einem Ballverlust, um den Ball wieder schnellstmöglich zurückzuerobern. Im Gegenteil zum Abwehr-, Mittelfeld- und Angriffspressing, wird nicht aus einer defensiven Ordnung heraus gegen den Ball gearbeitet, sondern unmittelbar nach Ballverlust.

Ausführung und Beispiele

Im Idealfall geschieht das Gegenpressing innerhalb von 5 Sekunden, da die gegnerische Mannschaft noch nicht perfekt auf das Ballbesitzspiel eingestellt ist. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Treffer erzielt werden kann. Genau genommen ist der Begriff "Gegenpressing" nicht ganz korrekt, da dem Wortlaut zu Folge bereits ein Pressing vorangegangen sein sollte. Es ist jedoch statistisch bewiessen, dass dies in den wenigsten Fällen vorkommt.

Durch Auswertungen hat man herausgefunden, dass für ein Gegenpressing zwar kurzfristig sehr viel Energie eingesetzt werden muss, letztendlich bis zum Ballgewinn aber Energie gespart wird. Lässt die gegnerische Mannschaft den Ball erst einmal zirkulieren, und verlagert das Spiel, ist der Energieaufwand um wieder in Ballbesitz zu kommen wesentlich höher.

Vor allem die Erfolge des FC Barcelona in den letzten Jahren, bei denen das Gegenpressing eine wichtige Rolle spielte, inspirierte eine Vielzahl von Trainern, vermehrt auf diese Defensivstrategie zurückzugreifen. Im nachfolgenden Video eines YouTube-Nutzers findest Du einige Gegenpressing-Szenen des FC Barcelona aus einem Spiel gegen den FC Sevilla. Barcelona wurde damals noch von Startrainer Pep Guardiola trainiert.

Wichtig beim Gegenpressing ist die Ausgangsstellung der Mannschaft vor einem Ballverlust. Deshalb sind Topteams, die diese Strategie praktizieren, ständig bestrebt, Überzahlsituationen in Ballnähe zu kreieren. Dies ist zudem ein Vorteil in der Offensive. Eine Mannschaft kann noch so schnell nach Ballverlust umschalten und intensiv nach vorne gegen den Ball arbeiten, ein Gegenpressing wird nur dann erfolgreich sein, wenn die vorhergehende Stellung der einzelnen Spieler optimal ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Intelligenz der Spieler, die die Pressinsignale zunächst erkennen, dann richtig deuten und schliesslich richtig handeln müssen.

Die wichtigsten Punkte beim Gegenpressing auf einen Blick

  • Bereitschaft aller Spieler, sich am Gegenpressing zu beteiligen.
  • Der ballführende Spieler muss möglichst von allen Seiten attackiert werden.
  • Das defensive Mittelfeld schiebt stark ballorientiert.
  • Die Viererkette schiebt ebenfalls leicht vor, um den Anschluss zu halten.
  • Der Aussenverteidiger in Ballnähe schiebt spielbedingt oftmals weit nach vorne.
  • Kopfsache: Die Spieler müssen nach einem Ballverlust blitzschnell reagieren und sofort gegen den Ball arbeiten, da die Chance auf das Gegenpressing ansonsten ungenutzt bleibt.
  • Zeitfenster von ca. 5 Sekunden. Kann der Ball in diesem Zeitfenster nicht erobert werden, muss möglichst schnell eine kompakte defensive Grundordnung hergestellt werden.