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Warum Du unbedingt Positionsspiele in deinem Training einsetzen solltest

Bild: 3-Farben-Spiel Schmidt FSV Mainz.png

„Alles, was im Spiel vorkommt, mit Ausnahme des Torschusses, kann man auch in einem Rondo machen. Der Aspekt des Wettbewerbs, der Kampf darum, Raum zu schaffen, das Verhalten in Ballbesitz und das Verhalten bei Ballverlust, wie man „One-Touch“-Fußball spielt, wie man sich aus dem Deckungsschatten löst und wie man den Ball zurückerobert.“ Starker Befürworter von Rondos: Johan Cruyff - Fußballlegende

Der Anforderungsgrad an einen modernen Spieler nimmt stetig zu und auch die Komplexität des Spiels nimmt durch ein immer höheres Spieltempo, technisch, taktisch und athletisch perfekt ausgebildete Fußballer weiter zu.

Fußball ist für viele Spitzentrainer ein Chaosspiel oder ein prozentuales Fehlerspiel, bei dem die Mannschaft gewinnt die weniger Fehler begeht und die Fehler des Gegners eiskalt ausnutzt, wofür die Spielintelligenz der alles entscheidende Faktor ist.


Sicherheit in diesem „Chaos“ auf dem Platz gibt den Spielern ein hoher Grad an Spielintelligenz, weshalb es von entscheidender Bedeutung ist Spielintelligenz zu entwickeln, wofür sich Positionsspiele hervorragend eignen, da verschiedenste Spielsituationen innerhalb kürzester Zeit immer wieder auftreten, wodurch die Spieler an Sicherheit gewinnen, da sie lernen intelligent mit diesen Situationen umzugehen.

 

„Ein Fußballer, so wie jeder andere Mensch der mit großen Druck umgehen muss, hat was ich ´temor éscencio`nenne, die Angst zu Versagen. Und wie kann ich diese Angst neutralisieren? Durch Automatismen. Dadurch das der Spieler etwas tut was er kennt, was er immer wieder übt und dadurch nur wenige Fehler macht.“

Marcelo Bielsa (u.a. Olympiasieger 2004 mit Argentinien und Messi)

 

Eine extrem wichtige Rolle bei der Schulung der Spielintelligenz spielen sogenannte Positionsspiele oder „Rondos“.

Wie es der Name bereits sagt, wird beim Positionsspiel der Spieler für sein Positionsverhalten geschult.

Bei diesen Rondos die vor allem durch den FC Barcelona und Pep Guardiola populär wurden, wird in engen Räumen der Ball gegen zahlenmäßig unterlegene Gegner in den eigenen Reihen gehalten, wodurch, neben der eigenen Überzahl in Ballnähe, das Kurzpassspiel mit kurzen Ballkontaktzeiten trainiert wird und unter diesen extrem hohen Zeit-; Raum- und Gegnerdruck die Spielintelligenz extrem geschult wird.

Das dabei am häufigsten eingesetzte Rondo ist das 5 vs. 2 bei dem die Spieler in einem 8m x 8m großen Feld den Ball direkt zirkulieren lassen.


Warum gerade 8m x 8m? Diese 8m x 8m sind kein Zufall, sondern haben den Hintergrund, dass diese Distanz ideal ist, für schnelle Ballzirkulationen zum einem und zum anderen sind die 8m Abstände auch ideal im Defensivblock.

Ziel ist es auch, dass die Spieler die Situationen in diesem extrem verknappten Feld noch schneller wahrnehmen und so die üblichen 0,3 Sekunden Reaktionszeit eines Top-Athleten um die Hälfte auf 0,15 Sekunden zu reduzieren, umso dem Gegner gedanklich und physisch immer einen Schritt voraus zu sein.

Neben kurzen Ballkontaktzeiten kann hierbei auch hervorragend das Gegenpressing trainiert werden. Je nach Trainingsschwerpunkt können diese Positionsspiele durch Spielfeldgröße, Spieleranzahl oder die Coachingpunkte gezielt gesteuert werden.

Coachingpunkte die zu beachten sind

Folgende Coachingpunkte müssen neben einer hohen Intensität und Konzentration grundsätzlich beim Training der „Rondos“ beachtet werden:

a)Das Lösen aus dem Deckungsschatten des Gegners:

Das richtige Freilaufverhalten nimmt eine wichtige Rolle beim Coaching von „Rondos“ ein. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Spieler nicht im Deckungsschatten des Gegners befinden.

 

b)Das Erzeugen von guten Winkeln:

Die Spieler sollte zum Ballbesitzer, wann immer es möglich ist, einen 45°-Winkel einnehmen, da dieser Winkel optimal für eine gute Spielfortsetzung ist. Wichtig dabei ist dann natürlich ein gutes Passspiel über den Winkel.

 

c)Offene Körperhaltung und Bereitschaftsstellung:

Eine offene Körperhaltung ist von hoher Wichtigkeit, damit ein Spieler angespielt werden kann, damit er möglichst viel von der Situation wahrnimmt, um dadurch die bestmögliche Entscheidung für eine Spielfortezung zu treffen.

Zudem müssen die Spieler permanent bereit sein und eine gute Körperspannung haben.

 

d)Eine orientierte Ballmitnahme „First Touch“:

Um das Tempo des Balls hochzuhalten und damit sich der Spieler nicht bereits selbst bei der Ballannahme unter Druck bringt, ist eine orientierte Ballmitnahme absolut notwendig, welche perfekt mit „Rondos“ geschult werden kann.

 

Aus diesen Positionsspielen können dann wiederum Spielformen abgeleitet werden, in denen zunächst in engen Räumen auf Ballbesitz gespielt wird, um dann, nach einer Kontaktvorgabe des Trainers, so schnell wie möglich ein Tor zu erzielen oder das Spiel zu verlagern.

 

„Es gibt 36 verschiedene Arten der Kommunikation durch einen Pass“

 Marcelo Bielsa - Fußballvisionär